Die Brotklappe im Mai

Liebe Freundinnen und Freunde der Brotklappe,

vor fast genau 200 Jahren schrieb der Romantiker Hermann von Kamp das Lied "Alles neu macht der Mai". Und da ist ja was dran:  Wir reißen die Fenster auf, alles blüht um uns herum, unsere winterweißen Beine stecken bald wieder in kurzen Hosen, in der Gartenlaube werden die Spinnennetze entfernt und es finden sich mehr und mehr sonnige Plätzchen für unseren Morgenkaffee. Soweit zumindest unsere romantische Vorstellung. Ganz realistisch gesehen wird unser Mai ziemlich süß. Ab sofort gibt es bei uns den unwiderstehlichen Schoko Bun. Die nächsten Leckereien befinden sich bereits in der Testphase und könnten dann ab nächsten Monat freigegeben werden und flächendeckend zum Einsatz kommen. 
Das alles ist natürlich wie immer erhältlich in unserem Webshop. Und wer sich fragt, wer die schönen Fotos dort macht, den können wir aufklären. Fotografin und Bäckerin Katherin Gutierrez stellen wir Euch im Interview des Monats vor.
Außerdem wird der Mai recht musikalisch. Ab sofort erhaltet Ihr mit unserem Newsletter die aktuellen Lieblingssongs der Brotklappenmitarbeiter*innen in einer Spotify-Playlist. 

Ja, wir hoffen alle, dass einiges neu und anders wird im Mai. Lasst uns bis dahin das Genießen nicht vergessen.

Wir freuen uns auf Euch in der Brotklappe!

 
 
Die Brotklappe in Jena

Der Bioladen in der Zwätzengasse 15 in Jena verkauft nun auch unser Brot.
Immer dienstags und freitags ab 16 Uhr im Regal.

bioladen-jena.de
 
Kein Monat ohne Neuzugänge in unserer Vitrine.


Schoko Bun 

Jeder der unsere Schoko Babka kennt, wird dieses Gebäck lieben... 

 


Frühlingshafter Panzanella

Ein frisch zubereiteter Brotsalat, bestehend aus Blattsalat, Klappenbrotkrumen eingelegt in Basilikum-Pesto und Sesam, frischer Gurke, Radieschen und Rettich. Dazu kommen unsere hausgemachten Pickled Onions, pikant karamellisierte Erdnüsse und ein Limetten-Sesamöl-Dressing.
 
In der Testphase
 
Wir sind ständig dabei, neue Produkte zu kreieren und zu entwickeln und halten Euch hier auf dem Laufenden, womit wir uns im Moment so beschäftigen. Schließlich soll ja keine Langeweile aufkommen ...



Choux
 
gefüllt mit einer Sahnecreme/weißer Schokolade und Rhabarber- und Himbeerfüllung. Die Kruste wird auch als craquelin bezeichnet.


Eclair

Die Älteren unter uns kennen ihn vielleicht noch als Liebesknochen. Bei uns erscheint er mit gesalzenem Karamell und Schokoladenganache, einer Creme aus Schoko und Sahne.



Doppelmisch

Doppelt gebackenes Mischbrot, 70% Roggenvollkorn 30% Weizen, 100% Sauerteig. Führt zu einer dickeren und knusprigeren Kruste, hält länger und entwickelt  intensivere Röstaromen.
 
 
Neu:
Unsere Songs des Monats!

Musik und Backen gehören für uns zusammen. Sie schallt bei uns durch Café und Backstube. Deshalb möchten wir mit Euch unsere aktuellen Mai-Lieblingssongs in einer Playlist teilen. Das ist doch vielleicht was fürs nächste Frühstück.

Hier gehts zur Playlist -->

 
 
Interview mit Katherin Gutierrez,
Bäckerin und Fotografin in der Brotklappe
Ihr verdanken wir unsere geliebten morgendlichen Zimtknuts. Und wir schauen uns ihre Fotos an, wenn wir im Webshops stöbern. Katherin Gutierrez ist ziemlich omnipräsent im Brotklappen-Kosmos und sie führt ein Leben, dass sich über zwei Kontinente erstreckt, getrennt von einem Ozean, der in diesen Zeiten beinahe unüberwindlich scheint. Welche Opfer sie gebracht hat, um in Weimar zu arbeiten und zu studieren und wie sie es geschafft hat, anzukommen, erzählt sie uns im Interview des Monats.
 
Katherin, was sind Deine Aufgaben in der Brotklappe?
 
Oh, ich habe da schon einige Stationen erlebt. Angefangen habe ich als Backhelferin, dann war ich am Ofen und bin dann Schritt für Schritt in die Backabteilung gekommen und arbeite nun hauptsächlich am Teigmacher und kümmere mich um die Zimtknuts. Außerdem mache ich die Fotos für den Web-Shop.
 
Es ist kein Zufall, dass Du die Aufgabe übernommen hast, die Fotos zu machen, oder?
 
Nein, ich habe in Medellin, in Kolumbien, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin, eine Ausbildung zur Fotografin gemacht. Ich habe dann eine Zeit als Künstlerin und auch als Kunstvermittlerin und -führerin im Museum of Modern Art in Medellin gearbeitet. Da ging es vor allem um das Näherbringen von Kunst an Kinder und Erwachsene.

 
 

Mich hat vor allem schon immer Kunst im öffentlichen Raum interessiert.
 
 

Welche Art von Fotografie machst Du?
 
Ich würde es als dokumentarische Fotografie bezeichnen, die unterschiedlichste Geschichten erzählt. Daneben sind Installationen entstanden, Videos, Zeichnungen oder Animationen. Mich hat vor allem schon immer Kunst im öffentlichen Raum interessiert.


Dieses Interesse hat Dich letztendlich auch nach Weimar geführt. Kann man das so sagen?
 
Ja, das stimmt. Ich mochte das Programm Master Of Fine Arts an der Bauhaus Universität sehr und wollte da unbedingt hin. Public Art, also Kunst, die nicht für Galerien, sondern für den öffentlichen Raum bestimmt ist, finde ich viel interessanter. Deshalb habe ich mich für Weimar entschieden und nun vor zwei Wochen meinen Abschluss gemacht.
 
Herzlichen Glückwunsch dazu! Wie war der Wechsel aus der Metropole Medellin in die beschauliche Kleinstadt Weimar?
 
Ich bin 2018 nach Weimar gekommen und es war schon eine ziemliche Umstellung. Allerdings machen es die kurzen Wege und die Übersichtlichkeit auch einfach, zurecht zu kommen und sich einzufinden. Ich lerne auch fleißig Deutsch und die Leute hier, besonders in der Brotklappe und die Stadt machen es mir leicht, zu lernen und mich hier zuhause fühlen.

 
Die ersten acht Monate meiner Zeit in Weimar war mein Sohn noch in Kolumbien …


Du bist auch Mutter. Wie war es für Deinen kleinen Sohn, nach Deutschland zu kommen?
 
Das war am Anfang erstmal sehr schwierig für uns beide. Die ersten acht Monate meiner Zeit in Weimar war mein Sohn noch in Kolumbien, und wir hatten nur Kontakt per Telefon oder Skype. Das war leider nicht anders zu machen, denn er musste dort noch eine Asthma-Behandlung hinter sich bringen. Doch nun ist er hier, glücklich in der Kita und spricht schon fließend Deutsch. Das ist enorm, wie schnell das ging. Außerdem hat sich sein Asthma durch die gute Luft hier sehr gebessert.
 


Ich wusste, das ist ein Ort, an dem ich einfach oft sein möchte.
 
 
Wie bist Du schließlich in die Brotklappe gekommen?
 
Also, ich war auf der Suche nach einem Job, mit dem ich mein Studium finanzieren konnte und kam im Frühjahr 2019 zufällig in die Brotklappe in der Trierer Straße. Da hatte ich sofort so ein warmes Gefühl. Ich wusste, das ist ein Ort, an dem ich einfach oft sein möchte, ein Ort zum Verweilen, in dem ich mich zuhause fühle. Ich habe mich dann einfach beworben, ohne zu wissen, ob dort jemand gebraucht wird und es hat geklappt.
 
Hattest Du schon Backerfahrungen vorher gemacht?
 
Ja, ich habe in Medellin in einer kleinen Bäckerei mal ein Praktikum gemacht. In Kolumbien backt man Brot vor allem mit Hefe, das ist etwas ganz anderes. Und als ich hier zum ersten Mal ein Sauerteigbrot gegessen habe, da war das für mich wie eine Offenbarung. Das kannte ich bis dahin nicht. Und irgendwie wusste ich dann, dass ich ein Teil davon sein und lernen möchte, wie das alles funktioniert.

 
 
Wir haben am Anfang so ein kleines Fotostudio in der Backstube improvisiert, in einer kleinen freien Ecke.
 
 
Du fotografierst die Produkte der Brotklappe. Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Werden die Sachen extra für die Fotos gebacken oder wählst Du die besonders schönen aus?
 
Wir haben am Anfang so ein kleines Fotostudio in der Backstube improvisiert, in einer kleinen freien Ecke. Das war am Anfang der Pandemie, da musste mit dem Web-Shop alles sehr schnell gehen. Dann habe ich mit Alba Lück bestimmte Produkte ausgesucht und fotografiert. Mittlerweile nehme ich die Sachen zumeist mit nach Hause. Dort habe ich auch ein Fotostudio und kann in Ruhe arbeiten. Es gibt aber auch Sachen, die noch ausprobiert werden und da kann es schon vorkommen, dass mal direkt fürs Foto gebacken wird.
 
Deine Mutter hat dich letztes Jahr in Weimar besucht. Wie fand sie eigentlich die Brotklappe?
 
Sie hat die Brotklappe geliebt und war kurzzeitig abhängig von den Zimtknuts! Mit dem Brot konnte sie etwas weniger anfangen. Das war ihr zu hart. Man muss wissen, das Brot in Kolumbien ist eher wie ein Brioche, also weich und hefig.
 
Nun hast Du Deinen Abschluss gemacht. Wie sieht Deine Zukunft aus? Möchtest Du weiter in der Brotklappe bleiben und vielleicht sogar den Beruf wechseln?
 
Ich denke, dass ich in den nächsten Monaten schon sehr gerne weiterarbeiten möchte in der Brotklappe. Im Mai fahre ich dann zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in meine Heimat. Und dann, mal sehen. Ich werde auf jeden Fall weiter als Künstlerin arbeiten. Das ist meine Passion. Das kann in Kolumbien sein oder auch in Deutschland. Im Moment weiß ich noch nicht, wie sich alles entwickelt. 
 
Welche Produkte magst Du am liebsten in der Brotklappe?

Auf jeden Fall das Klappenbrot, einfach mit Butter zum Frühstück, das ist das Beste. Von den süßen Sachen mag ich den Cardamom Bullar und den Bostock, einen Brioche mit Mandelblättern und Himbeeren.


 

Interview und Texte: Peter Schütz (info@peterfolk.de)
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