Die Brotklappe im Juli

Liebe Freundinnen und Freunde der Brotklappe,

der Sommer fegt in den letzten Wochen, pünktlich zur Ferienzeit, ziemlich heißblütig über uns hinweg. Und dabei steht ja der Juli, der eigentlich der wärmste Monat des Jahres ist, noch in den Startlöchern. In früheren Zeiten wurde der Juli auch Bären- oder Honigmonat genannt. Und das klingt doch ziemlich nach einer Zeit für Genießer*innen und Schleckermäulchen. Darauf sind wir natürlich vorbereitet und haben Einiges neu oder verfeinert im Programm.

Im übrigen sind wir alle sehr glücklich, dass es vor unseren Läden wieder solch ein Getümmel gibt, die Stühle, Hocker und Bänke bevölkert sind und Ihr nun auch einmal bei uns bleiben könnt.  
Und wem das nicht reicht, kann gerne bei uns einsteigen. Unsere Patisserie ist auf der Suche nach neuen Talenten mit Händchen für Süßes und Feines. 

Kommt gut durch den Honigmonat, genießt den Sommer, wo immer Ihr seid und schaut hin und wieder mal bei uns vorbei.

Wir freuen uns auf Euch in der Brotklappe!

 
 
Neu im Juli

Erdbeerschnitte

Luftiger Chiffon mit Erdbeerkompott und Creme Diplomat mit Vanille - marinierte Erdbeeren, Mascarpone Creme & Holunderblüten


Nussschnecke 

Ein luftiger Teig mit Haselnussfüllung 
 
Die Comebacker des Monats, frisch und runderneuert


Panino Zucchini 

Mit Ajvar (gegrillte, geschälte Spitzpaprika zu einer Creme verarbeitet) und Zucchini aus dem Ofen,
rauchig, fruchtig und jetzt vegan
 


Panino Lyoner

Mit schwarzer Oliventapenade, Lyoner aus Kiliansroda, Sennkäse und Tomaten



Mohnschnecke Vegan
 
Luftiger Teig mit einer saftigen Mohnfüllung 
 
Unsere Songs des Monats Juli!

Es geht weiter mit Musik: Jeden Monat unsere aktuellen Lieblingslieder in einer Playlist. Empfohlen zu Erdbeerschnitte und Freibad.

 
Kontaktieren oder Weitersagen:
Unsere Patisserie sucht Kolleg*innen!


Du brennst für die Arbeit mit süßen Sachen? Du möchtest Kuchen, Torten und Plunderteige mit uns herstellen?
Am Wochenende zu arbeiten macht Dir nichts aus?
Schick uns Deine Bewerbung an job@brotklappe.de 

Wir freuen uns auf Dich! 

 
 
 
Interview mit Cindy Fiorese, Barista in der Brotklappe
Wenn das nicht die besten Voraussetzungen sind, um als Barista in der Brotklappe zu arbeiten: Die 32-jährige Cindy Fiorese kommt aus der Nähe von Paris und hat italienische Großeltern. Vor drei Jahren kam sie zu Besuch nach Weimar und blieb aus Liebe. Wie es manchmal so ist, fielen bei ihr der Wunsch nach Veränderung und eine schicksalhafte Begegnung zufällig zusammen. Perfektes Timing nennt man so etwas. Und darauf kommt es auch beim Kaffee an, den sie den Gästen der Brotklappe serviert. Wir sprachen mit ihr über ihr früheres Leben als Kulturvermittlerin in Paris, ihr neues Leben an der Espressomaschine in der Brotklappe Weimar und wie sie diese neue Einfachheit in ihrem Leben genießt.

 
Ich bin aufgewachsen in einer Neubausiedlung, die stark an Weimar West erinnert.
 
 
Cindy, Du kommst aus Frankreich. Wo bist Du dort aufgewachsen?
 
Meine ersten sieben Lebensjahre habe ich in Evry verbracht. Das ist eine kleine, langweilige Stadt, 40 Kilometer südlich von Paris. Ich bin dort aufgewachsen in einer Neubausiedlung, die stark an Weimar West erinnert. 
Danach sind wir nicht weit von Evry in ein Haus gezogen, das mein Großvater gebaut hat. Meine Großeltern stammen aus Italien und sie haben sich dort ein typisch italienisches Familienleben mit mehreren Generationen gewünscht. Alle lebten dort unter einem Dach, allerdings in separaten Wohnungen. 
 

Wann hast Du dann Dein Zuhause verlassen?
 
Ich bin mit 20 nach Montreuil gezogen. Das liegt etwas näher an Paris, die Innenstadt ist per S-Bahn zu erreichen. Ich habe Kulturmanagement in Paris studiert und nebenbei ein Praktikum in einem Theater gemacht. Also eigentlich ist das eher ein großer Kulturort, in dem es auch eine Konzertbühne gibt, ein Kino und Ausstellungsräume. Meine Aufgabe war es, Künstler*innen und Anwohner*innen zusammenzubringen in Workshops oder gemeinsamen Aktionen. Ich habe Projekte gemacht mit Nachbarschaften, Kindergärten oder Schulen. Am Ende war ich ein Jahr dort.

 
Wie ging es nach diesem Jahr weiter?
 
Nach einem Jahr Praktikum hatte ich einen Job in der französischen Provinz, nahe der deutschen Grenze. Da ich weiter in einer Stadt wohnen wollte, bin ich nach Saarbrücken in eine WG gezogen und habe in Frankreich gearbeitet. Ich bin also jeden Tag über die Grenze gependelt. Dort ging es um künstlerische Vermittlungsprojekte für Menschen auf dem Land.
Nach einem Jahr hat es mich wieder zurück nach Paris gezogen, und ich habe dort pädagogische Theaterarbeit in den nördlichen Vororten gemacht. Es ging dabei immer darum, die Leute mit Kultur in Kontakt zu bringen, mit Theater und Kino aber auch darum, gemeinsam Kultur zu machen.
 

 
Nach acht Jahren Arbeit in Paris war ich etwas ausgebrannt und hatte wirklich Lust auf eine Veränderung.
 
 
Das klingt nach einer schönen Tätigkeit. Wieso hast Du dann aufgehört?
 
Das hatte mehrere Gründe. Nach acht Jahren Arbeit in Paris war ich etwas ausgebrannt und hatte wirklich Lust auf eine Veränderung. Außerdem wurde es zunehmend schwerer, in Paris finanziell über die Runden zu kommen. Ich habe in der Zeit schon überlegt, Frankreich zu verlassen und so war es perfektes Timing, dass ich genau dann nach Weimar gefahren bin.

 
Dieser Besuch hat Dein Leben verändert, kann man sagen. Was ist passiert?
 
2018 war ich zu Besuch bei Freunden in Weimar. Ich befand mich gerade mitten in einem Sabbatjahr und dachte über neue Herausforderungen nach. Dort in Weimar habe ich dann meinen jetzigen Freund kennengelernt. Und da ich ohnehin in eine kleinere Stadt mit viel Natur ziehen wollte, passte alles zusammen und somit war die Entscheidung, Paris zu verlassen und nach Weimar zu ziehen am Ende sehr einfach.

Ich erinnere mich noch, wie dankbar ich nach dem Gespräch war, dass Annika und Sebastian mich nicht verurteilt haben wegen meiner schlechten Deutschkenntnisse.
 
 
Wie kam es dann zum Kontakt zur Brotklappe?
 
Ich war einmal dort und habe einen Kaffee getrunken und fand es sehr nett. Etwas später hat mich eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass dort Servicemitarbeiter gesucht werden. Ich habe mich beworben und erinnere mich noch, wie dankbar ich nach dem Gespräch war, dass Annika und Sebastian mich nicht verurteilt haben wegen meiner schlechten Deutschkenntnisse und mich nicht gleich aussortiert haben. Ja, und dann ging es los an der Theke. Rein ins kalte Wasser.
 
Hattest Du vorher schon einen Bezug zum Backen? Du kommst ja aus dem Mutterland des Baguettes…
 
Ja klar, mit Baguette und Croissants bin ich aufgewachsen, aber Sauerteig war etwas komplett Neues für mich. Außerdem war ich sehr überrascht, wie gut die Baguettes hier waren. Entgegen gängiger Vorstellungen sind sie in Paris oft sehr schlecht, so eine gute Qualität wie hier findet man auch in Frankreich selten.
 
Was ist Deine Aufgabe heute in der Brotklappe?
 
Ich habe mich mit der Zeit immer mehr für Kaffee interessiert. Vielleicht sind das die Gene meines italienischen Großvaters (lacht). Ich wollte mehr wissen darüber, und nach einem Barista Workshop in der Brotklappe war klar, dass ich mich da reinarbeiten will.
 

Wenn Du ein gutes Croissant hast, musst Du nichts mehr erklären.
 

Was ist das Besondere für Dich in der Brotklappe? Was macht sie aus?
 
Wir werden dort angehalten, mit allen Sinnen zu arbeiten, zu riechen und zu schmecken und zu schauen. Dadurch bekommen wir alle ein Gefühl dafür, ob etwas gelungen ist oder nicht. So kommt auch keine Langeweile oder Routine auf und die Aufmerksamkeit wird geschult.
Ich mag an der Arbeit, dass sie so fassbar ist und direkt. Meine Arbeit vorher war kompliziert und langwierig, und ich musste immer sehr lange erklären, was ich eigentlich mache.
Wenn Du ein gutes Croissant hast, musst Du nichts mehr erklären. Mit Essen und Kaffee erreicht man die Menschen direkt, das ist international.
 
Waren Deine Eltern schon einmal zu Besuch in der Brotklappe und was sagen sie zu Deinem doch sehr einschneidenden Berufswechsel?
 
Meine Eltern waren 2019, kurz vor der Pandemie in Weimar. Sie haben die Brotklappe sehr gemocht und gesehen, dass ich hier mit meiner Tätigkeit glücklich bin. Das ist für sie die Hauptsache, denke ich. Zumindest haben sie nichts Kritisches verlauten lassen (lacht).
 
Wie geht es weiter für Dich, wie sind Deine Pläne?
 
Ich habe neben der Arbeit in der Brotklappe begonnen, eine Ausbildung als Yoga-Lehrerin zu machen. Im Juli erhalte ich dann mein Zertifikat. Ich gebe jetzt schon erste Kurse in Weimar für Freunde und kann das hoffentlich demnächst weiter ausbauen. Für mich passt das sehr gut mit meiner Arbeit in der Bäckerei zusammen.
 
Ihr plant also, in Weimar zu bleiben?
 
Ja, ich denke schon. Wir fühlen uns sehr wohl, und ich habe vorerst nicht vor, wieder wegzugehen.
Twitter
Facebook
Website
Copyright © 2021 Brotklappe, All rights reserved.


Want to change how you receive these emails?
You can update your preferences or unsubscribe from this list.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.