Die Brotklappe im April

Liebe Freundinnen und Freunde der Brotklappe,

am letzten Wochenende wurde mit dem alljährlichen, nächtlichen "Stundenraub" ganz offiziell der Frühling eingeleitet. Für uns ist das ein guter Deal: Einmal weniger schlafen und dafür ab sofort Sonnenschein nach Ladenschluss! Wenn das nicht schonmal ein Fortschritt ist.

Wir können uns vorstellen, dass viele von Euch noch gar nicht wissen, wie das Osterfest aussehen wird. Geht man auf Reisen? Bleibt man zu Hause? Lädt man Freunde ein? Fährt man zu den Eltern, oder nicht? Fragen über Fragen. Doch wir haben auch eine Antwort anzubieten: (Fast) egal, was passiert, die Brotklappe hat zu Ostern durchgehend geöffnet und hält für Euch am Karfreitag ein neues Highlight bereit, die Pizza Night! Einen der pizzaioli, Michael Cocciolo aus Australien, stellen wir Euch im Interview des Monats vor.
 
Und in den letzten Tagen hat unsere Patisserieabteilung, die sowieso schon sehr flott unterwegs ist, noch einmal einen Gang hochgeschaltet und exklusiv für die Feiertage Hasen und Eier, Rollen und Zöpfe gezaubert, die ihr ab sofort bei uns im Laden oder im Web-Shop finden könnt.
 
Kommt gut und gesund in den April.

Wir freuen uns auf Euch in der Brotklappe!

 


Neu in der Brotklappe: Pizza Night am Frauenplan
 
Immer freitags heißt es wieder Pizza Night! Jede Woche gibt es drei leckere Sorten (vegan, vegetarisch und mit Fleisch). Der Boden ist aus Sauerteig und alle Zutaten sind regional produziert.

PIZZA NIGHT
Jeden Freitag, 19:00 Uhr
Brotklappe am Frauenplan

Nur solange der Vorrat reicht ...
 

Unsere neuen Osterprodukte sind da!

Probiert unsere neuen feinen Oster-Leckereien aus der Patisserie.

Und, wie gesagt: Wir haben zu Ostern am Frauenplan und in der Trierer Straße durchgehend zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet!


Osterrollen aus Biskuit in drei Sorten:

Möhremit Bitter-Orangen Marmelade  und einer frischen Cremefüllung

Matschagefüllt mit einer weißen Schokoladen/Sahnecreme und Beeren

Erdbeeremit feiner Sahnecreme, Beeren und weißer Schokolade 



Osterhasen

Eine Leckerei aus Schokoladen-Mürbeiteig und Pistazien...



Nusszopf

Ein luftig-fluffiges Briochebrot mit einer cremigen Nuss-Dattel-Füllung und Haselnusstopping.



Ostereier

...bestrichen mit einer Zuckerglasur und einem frühlingshaften Blüten-Topping und Pistazien.



Palmier

Ein französiches Kleingebäck aus Blätterteig, welches mit einer Zartbitterschokolade überzogen wird. 



Brioche mit Rosinen 

Ein extra luftig-fluffiges Briochebrot mit saftigen Rosinen, getoppt mit gerösteten Mandelblättern. 
 
Interview mit Michael Cocciola,
Koch und Pizzabäcker in der Brotklappe
Es war ein langer Weg von Australien nach Weimar in die Brotklappe. Wenn Michael Cocciola diesen allerdings beschreibt, dann ist er gar nicht so steinig, sondern eher eine Reihe von wohl überlegten Entscheidungen. Doch so zielgerichtet will der sehr sympathische Bäcker, Koch und Urbanistik-Student aus Down Under eigentlich gar nicht sein. Er weiß, was er will, doch er lässt die Dinge auch auf sich zukommen.
Zuletzt hat er die Pizza Night wiederbelebt mit neuem Konzept und neuen Rezepten. Jeden Freitag backt er nun Pizza mit Sauerteig und hat einen Heidenspaß daran. Wie es ihn nach Weimar verschlagen hat und was er speziell mit dem Freitag verbindet, das erzählt er uns im Interview des Monats.

 

Irgendwann kam in mir das Gefühl auf, dass das Leben so an mir vorbeizieht.
 
 
Michael, erzähl doch mal, wie Dein Weg von Australien nach Weimar verlaufen ist.
 
Ok, ich versuche, es kurz zu machen. Ich habe vier Jahre in einem Stadtplanungsbüro in Brisbane, an der Ostküste von Australien, gearbeitet. Dort hatte ich einen klassischen 9 to 5 Job, wenn man so will, nur mit viel längeren Arbeitszeiten (lacht). Doch irgendwann kam in mir das Gefühl auf, dass das Leben so an mir vorbeizieht, und dass das jetzt ewig so weitergehen könnte. Das konnte ich mir aber nicht vorstellen. Ich entschied mich, nach Europa zu gehen, neu anzufangen und mein Urbanistik-Studium dort zu beenden. Und 2018 habe ich in Weimar European Urban Studies begonnen, also Europäische Urbanistik.
 
Wie kamst Du ausgerechnet auf Weimar?
 
Ich stamme eigentlich aus einer Kleinstadt in Australien mit ca. 50.000 Einwohner*innen, und ich wollte auch in Europa in eine kleinere Stadt. Es gab dann Zusagen aus Cottbus oder Kiel, aber ich habe mich für Weimar entschieden, weil es dort die erste Zusage gab und mich die Geschichte und Kultur sehr interessiert hat. Und, klar, ein bisschen spielt auch immer der Zufall eine Rolle.
 
Wie weit bist Du jetzt mit Deinem Studium?
 
Ich schreibe gerade an meiner Abschlussarbeit zum Thema Regionale Entwicklung. Dabei geht es auch um die Umstellung von Höfen auf Bioproduktion. Ich recherchiere dazu in Thüringen und in Australien, was im Moment leider nicht möglich ist. In der Arbeit geht es auch um Agrartourismus, also um das Näherbringen von biologischer Landwirtschaft an Tourist*innen, Interessierte oder Anwohner*innen. Das passt insofern auch gut zur Brotklappe, weil diese ja mittlerweile auch mit regionalen Produzent*innen zusammenarbeitet.
Kochen ist eine meiner absoluten Leidenschaften.
 
 
Apropos, wie und wann begann Deine Arbeit in der Brotklappe?
 
Ich bin nun fast genau zwei Jahre hier, seit Februar 2019. Zunächst war ich in der Teigherstellung tätig, also am Kneter und am Backofen, dann bin ich nach einem Jahr in die Küche gewechselt, was eher meiner Passion entspricht, denn Kochen ist absolut eine meiner Leidenschaften. Ja, und nun geht es los mit der Pizza Night.


Du belebst damit eine alte Tradition in der Brotklappe. Wie seid ihr das angegangen?

Wir haben schon im letzten Jahr etwas herumexperimentiert mit Pizzarezepten und am Konzept gebastelt, samt Logo, Erscheinungsbild und Rezepten.
Doch trotz aller Vorüberlegungen war es am Ende eine schnelle und spontane Aktion. Unsere Pizzaböden sind übrigens alle aus 100% Sauerteig, und ich denke, das gibt es so nirgends in Weimar. Das Fleisch, das wir verwenden, ist von Biohöfen aus der Umgebung. Es gibt sogar eine Pizza mit Rehfleisch.
Im Prinzip starten wir so eine Art Pop Up Store in der Brotklappe und verkaufen Pizza als Take away, „fast & dirty“ eben, wie man bei uns sagt. Natürlich freuen uns wir tierisch drauf, irgendwann auch Leute in und vor der Brotklappe zu beköstigen, wenn das wieder möglich ist. Ich kann wirklich sagen, dass das Pizzamachen meine schönste Erfahrung bisher in der Brotklappe ist. Es hat uns als Team nochmal richtig zusammengeschweißt.
 


Wir möchten den Leuten einen Hauch von Wochenendfeeling zurückgeben.
 

 
Habt ihr Euch den Freitag bewusst ausgewählt?
 
Ach, im Moment ist irgendwie jeder Tag gleich. Der Freitagabend ist ja eigentlich so ein Ausgehtag, der zurzeit völlig an Bedeutung verloren hat. Wir möchten den Leuten einen Hauch von Wochenendfeeling zurückgeben, friday night eben, wo man sich trifft, eine Pizza isst und sich ein wenig austauscht. Natürlich draußen und mit Abstand, aber das wird ja nicht so bleiben.

Dein Familienname Cocciolo klingt italienisch. Hast Du Familie in Italien und eventuell daher auch einen Faible für die  italienische Küche?

Ja, ein Teil meiner Familie kommt aus Mutignano, das ist in den Abbruzzen, an der Adriaküste. Ich war dort zweimal zu Weihnachten und habe seitdem eine Vorliebe für die italienische Küche und Lebensart. Von daher liegt mir das Pizzabacken wahrscheinlich im Blut...
 
Wie sieht Deine Zukunft aus? Bleibst Du erstmal in Deutschland, vielleicht sogar in Weimar?
 
Ich werde in diesem Jahr mein Studium abschließen und dann muss ich dringend erstmal nach Hause. Ich habe meine Familie schon drei Jahre nicht mehr gesehen. Vor einem Jahr hatte ich schon einen Flug nach Australien gebucht. Den habe ich aber wieder storniert, da die Quarantänevorschriften dort so strikt sind. Du wirst vom Flughafen direkt in ein Hotel gebracht, wo du zwei Wochen verbringen musst, auf eigene Kosten, versteht sich.

 

Es ist im Moment schwer, Pläne zu machen, die über ein Jahr hinaus gehen.


 
Und danach?
 
Ich komme auf jeden Fall nach Deutschland zurück. Es ist im Moment schwer, Pläne zu machen, die über ein Jahr hinaus gehen. Es gibt Möglichkeiten in Weimar, aber vielleicht ziehe ich auch in eine größere Stadt, wer weiß. Am liebsten würde ich meine beiden Passionen miteinander verbinden, also so eine Art kochender Urbanist sein (lacht).
Ich kann mir auch vorstellen, theoretisch zu arbeiten zu Wohnarchitektur und Stadtplanung oder als Lehrer für Englisch oder Kochen, denn irgendwie spüre ich in mir so eine soziale Ader.
 
Aber kurzfristig denke ich erstmal an die nächste Pizza Night am Freitag. Die erste lief schonmal super.
 

Interview und Texte: Peter Schütz (info@peterfolk.de)

 
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