Brotklappe im November

Liebe Freundinnen und Freunde der Brotklappe,

wir brauchen nicht lange drum herum zu reden, der November ist bei vielen nicht besonders beliebt und hat das Image, ein verregneter Trauerkloß zu sein, so eine zähe Zeit zwischen goldenem Herbst und gemütlichem Advent. Er enthält so viele Trauertage, wie Totensonntag oder Allerheiligen, wie kein anderer Monat. Und dann noch der viele Nebel und die Zeitumstellung. Der November hat es nicht leicht. Aber ohne Schatten kein Licht, und was wäre das Leben ohne die Gedanken an diejenigen, die nicht mehr bei uns sind. Und außerdem ist es nun wenigstens am Morgen schon hell, wenn wir in die Backstube gehen. Der frühe Vogel hat wieder Konjunktur. 

So langsam verlagert sich das Leben von draußen in die heimische Küche. Backen und Kochen sind wieder angesagt, und wir erinnern uns mühsam an Rezepte, die uns vor ein paar Monaten noch geläufig waren. Nicht verraten hat uns unser Bäcker Michael Cicciola das Rezept für die leckeren Pies aus seiner australischen Heimat. Doch immerhin könnt ihr sie ab sofort bei uns kosten. Aber Achtung: Suchtgefahr!

Über die letzten Jahre hinweg hat sich die Brotklappenfamilie immer weiter vergrößert und mittlerweile haben wir sogar Mitarbeiter in Köln, wie Anna Schmid, die eigentlich Opernsängern ist und sich in den letzten Wochen vor allem mit der Weiterentwicklung unserer Verpackungen beschäftigt hat. Was es mit dieser sehr eigenen Komposition aus Singen und Packen auf sich hat, erfahrt Ihr im Interview der Woche.

Auf dass Ihr Freundschaft schließt mit dem November und auf bald in der Brotklappe!
 
Neu im Programm: PIES!

Sie sind unser liebster Genussexport aus Australien. Michael Cocciola, der Aussie im Brotklappenteam hat nach langem Testen und Probieren seinen persönlichen Pie kreiert. Ab sofort steht er auf unserer Speisekarte, der perfekte Snack für die kalte Jahreszeit.

Die Pies gibt es bei uns mit unterschiedlichen Füllungen:
Herzhaft mit Hühnchen und Gemüse und vegetarisch mit Curry. Jeweils gebacken ein der typischen Teighülle.


Michael sagt dazu: "In Australien sind die Pies genauso wichtig wie Brot. Ich liebe Pies und würde für ein gutes Exemplar um die halbe Welt reisen. Von Anfang an habe ich gedacht, eine gute Bäckerei braucht gute Pies. Nun ist es soweit. Im Moment arbeite ich an einer Variante mit Rindfleisch, das ist der eigentlich Klassiker.
Insgesamt brauchte ich 4 Testläufe, habe lange recherchiert und mich beraten lassen von einem australischen Pie Gourmet aus Berlin. Nun bin ich extrem gespannt, wie sie in der Brotklappe ankommen."
 
Das Comeback des Monats
 

Ciabatte Stulle mit neuer Rezeptur und jetzt mit Fenchel
 
Man nehme knuspriges Ciabatta und belege es mit reichlich frischem Bio-Fenchel-Orangensalat, Feta, Olivenöl, Salz & Pfeffer. Fertig!
 
 
 
Unsere Songs des Monats November!

Von November Rain bis Mr. Blue Sky, von Trennungsschmerz bis ewiger Liebe. In unserer November-Playlist ist diesmal wirklich alles dabei, um dem Regen zu entfliehen oder mitten hindurch zu schreiten. 

 
 
 
Interview mit Anna Schmid, Opernsängerin und in der Brotklappe u.a. zuständig für Kommunikation und Nachhaltigkeit
Schon als Kind war sie eine Grenzgängerin: Geboren ist sie in Bayern, aufgewachsen allerdings in Schwaben, nur wenige Kilometer weiter. Die Wochenenden verbringt sie auf dem Bauernhof der Großeltern, während sie sich unter der Woche Musik und Kunst widmet und vor allem singt bei jeder Gelegenheit. Ein Gesangsstudium führt sie nach Weimar und in die Brotklappe, der sie treu bleibt, obwohl sie nun längst wieder weggezogen ist. Sie ist Opernsängerin und trainiert Führungskräfte in der Ästhetik der Kommunikation. Von Köln aus bleibt sie Teil des Brotklappen Teams und beschäftigt sich vor allem mit nachhaltiger Verpackung und Kommunikationskultur im Betrieb. Warum sie nicht loslassen kann von der Brotklappe und warum ihr das beim Theaterbetrieb umso leichter fiel, erzählt sie uns im Interview des Monats.
 
 
Ich habe immer gesungen, zu jeder Gelegenheit.

 
 
Anna, wo bist Du geboren und wie bist Du aufgewachsen?
 

Ich bin geboren in Illertissen in Bayern. Kurz danach sind wir über die Grenze nach Berkheim in Schwaben gezogen. Deshalb fühle ich mich heute eher als Schwäbin. Meine gesamte Schulzeit habe ich also eher in einem sehr ländlichen Raum verbracht.
 
War Deine Familie dort in der Landwirtschaft tätig?
 
Nein eigentlich nicht. Mein Vater ist Lehrer, allerdings stammt er von einem kleinen Bauernhof am Bodensee. Dort sind wir fast jedes Wochenende hingefahren, und ich habe besonders gern bei der Apfelernte geholfen. Meine Großeltern hatten ungefähr 20 Kühe und betrieben Obstanbau. Das ist sehr typisch für die Bodenseeregion.
 
Hast Du dort als Kind gerne mitgearbeitet?
 
Ohja, ich habe es geliebt und bin dann immer stundenlang mit meinem Eimerchen durch die Plantagen gelaufen. Es gab dort auch immer viele Kinder und so war eigentlich jedes Wochenende auf dem Hof ein großes Abenteuer für mich.
 
Konntest Du Dir damals vorstellen, beruflich etwas in der Landwirtschaft zu machen?
 
Nein. Ich war gerne auf dem Hof, aber noch mehr interessierte ich mich für Musik und Kunst. Ich habe immer schon gern gesungen, zu jeder Gelegenheit mit meinem Vater und auch zuhause ein paar Instrumente gelernt.

 
 

Es war insgeheim mein Traum, Sängerin zu werden, aber da wo ich herkomme, ist das kein ernsthafter Beruf, von dem man leben kann.


 
Gab es jemanden in Deiner Familie, der Dich in dieser Richtung besonders inspiriert oder gefördert hat?
 
Gefördert haben mich meine Eltern sehr, mir wurde Musikunterricht ermöglicht, mein Vater hat viel mit mir gesungen, meine Mutter hat mich an klassische Musik herangeführt. Das aber alles, ohne dass jemand aus meiner Familie das tatsächlich beruflich vorgelebt hätte, oder eine besondere Vorbildung in der Materie genossen hätte.
Ansonsten hat sich das auch aus mir selbst heraus entwickelt. Ich erinnere mich auch noch an die Mozart-Platten meiner Mutter. Das ist mir hängengeblieben und hat mich sicherlich beeinflusst. Und es war insgeheim mein Traum, Sängerin zu werden, aber da wo ich herkomme, ist das kein ernsthafter Beruf, von dem man leben kann. Und so dachte ich nicht wirklich an so etwas wie ein Musikstudium.

 

Das hat sich dann aber doch ergeben. Wie kam das?
 
Ich habe in Ochsenhausen mein Abitur gemacht und wusste dann erstmal nicht so recht, was ich machen soll. Wie gesagt, war ein Gesangsstudium zunächst schwer vorstellbar. Um dennoch bei der Musik zu bleiben, habe ich eine zweijährige Ausbildung als Chorleiterin gemacht. Das war erstmal greifbarer. Dort in der Ausbildung habe ich viele Leute getroffen, die das als Vorbereitung für ein Musikstudium gemacht haben. Und die haben mich dann motiviert und mitgezogen. Und plötzlich war es dann doch denkbar, das Singen zum Beruf zu machen. Aber dafür brauchte ich diesen Umweg.
 
Der Umweg führte dich schlussendlich auch nach Weimar…
 
Ja, ich habe in Weimar Gesang und Musiktheater studiert und dort meinen Bachelor abgeschlossen.
 



Ich hatte plötzlich das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und Teil eines Ganzen zu sein.
 
 
Wie kam es dazu, dass es Dich nach Weimar verschlagen hat?
 
Ich hatte mich in verschiedenen Städten beworben, aber in Weimar fühlte ich mich gleich wohl. Das ist schon eine Stadt aber klein genug, um mich als Landei trotzdem aufgehoben zu fühlen. Da haben die Vibes gestimmt. Vorher hatte ich eine Aufnahmeprüfung in Berlin und dort wäre ich doch ziemlich verloren gegangen.
 
Wie bist Du dann in Weimar zur Brotklappe gekommen?
 
Ich war sehr häufig Gast dort, vor allem in der Trierer Straße, und ich empfand es dort immer wie in einer Oase. Zu der Zeit habe ich eher uninspiriert in einer Raucherkneipe gejobbt, zumeist bis 4 Uhr nachts und kam dann völlig verräuchert raus. Nach einer Weile hatte ich dort keine Lust mehr, wollte aber gerne in der Gastro bleiben, weil das für mich immer ein schöner Ausgleich war zum Musikstudium. Also habe ich mich in der Trierer Straße beworben und dann dort angefangen im Service. Das war dann etwas vollkommen anderes. Ich hatte plötzlich das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und Teil eines Ganzen zu sein.
 
Deine Zeit in Weimar war begrenzt und Du bist schließlich weitergezogen.
 
In Weimar habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt, der aus Köln stammt, und wir hatten recht bald den Wunsch, zusammen nach NRW zu gehen. Für mich ergab sich nach dem Bachelor ein Wechsel nach Essen, da ich dort bei einem bestimmten Lehrer, den ich mochte, meinen Master machen konnte. Ein Jahr später kam mein Freund nach, und wir wohnen jetzt in der Nähe von Köln.

 


Erst habe ich gesagt, Sebastian das kann ich nicht. Er meinte darauf nur: „Na, dann lernst Du das jetzt.“
 
 
Von der Brotklappe kamst Du aber auch dann nicht ganz los…
 
Ja, das stimmt. Ich habe kurz bevor ich weggegangen bin, Sebastian (Lück A.d.V.) gefragt, ob ich weiter irgendetwas vom Home-Office aus für die Brotklappe tun kann. Ich wollte einfach Teil des Teams bleiben. Er gab mir dann ein wenig administrative Arbeit, wie Rechnungen bearbeiten, Verträge machen, ein wenig Haushaltsführung, Abrechnungen oder Personalverwaltung. Erst habe ich gesagt, Sebastian das kann ich nicht. Er meinte darauf nur: „Na, dann lernst Du das jetzt.“ So hat sich das dann erweitert und bis heute arbeite ich 25 Stunden in der Woche von Köln aus für die Brotklappe.
 
Hattest Du nach Deinem Studium in Essen auch die Möglichkeit, als Sängerin zu arbeiten?
 
Ja, ich war in Gelsenkirchen beim Jungen Ensemble engagiert bis zum vergangenen August. Allerdings war mir schnell klar, dass ich raus will aus der beruflichen Abhängigkeit vom Theaterbetrieb mit seinen Hierarchien und Zwängen. Das hat bei mir jeglichen kreativen Funken ausgeschaltet. Corona war dann am Ende nur der Katalysator dafür, dass ich mich nach Alternativen umgeschaut habe.
 
Du bist mittlerweile in eine neue berufliche Zukunft gestartet. Wie kam das und wie sieht die aus?
 
Das hat auch mit der Brotklappe zu tun. Sebastian hatte mir erzählt, dass eine Studentin der Alanus Universität in der Nähe von Köln für eine Praxispartnerschaft Kontakt mit ihm aufgenommen hätte. Das hat mich interessiert, und ich schaute mir das mal an. Jetzt studiere ich dort Nachhaltiges Wirtschaften und Kunst in der Unternehmensführung. Die Alanus Uni ist eigentlich eine Kunsthochschule, in der man Kunst und Theaterarbeit in andere Bereiche wie Wirtschaft tragen kann. Das hat mich sofort begeistert, und ich dachte, das ist die Lücke, die ich ausfüllen möchte, das Puzzleteil, das mir noch gefehlt hat.
 
 
 

Für mich ist es wichtig, die Theaterarbeit, die mir viel gegeben hat, auch in andere Lebensbereiche zu überführen.

 
 
Kunst in der Unternehmensführung, was kann man sich darunter vorstellen?
 
Das ist in der Kürze gar nicht so einfach zu beantworten, da es sehr viele unterschiedliche Ansätze gibt. Für mich geht es um mentales Training, Übungen für die Stressbewältigung, Teambuilding mit Hilfe von Theaterspielen, Körperarbeit und schließlich hat die Kommunikation miteinander ja auch eine Ästhetik, an der man arbeiten kann. Für mich ist es wichtig, die Theaterarbeit, die mir viel gegeben hat, auch in andere Lebensbereiche zu überführen. Da gibt es viele Anknüpfungspunkte. Wie es nicht laufen sollte, habe ich im Theateralltag mitunter selbst erlebt. Gerade als Frau ist es nicht leicht, in hierarchischen und männerdominierten Strukturen zu existieren. Das möchte ich angehen.
 
Wird es für Dich eine Zukunft als professionelle Sängerin geben?
 
Also das Singen als Hauptberuf liegt derzeit auf Eis. Dafür hat sich mein Fokus im Moment auf zu viele andere Dinge verlagert. Die vielen Erfahrungen im Theaterbetrieb, ob gut oder schlecht, die Grenzerfahrungen mitunter auch, kann ich aber mitnehmen und nutzen. Mein Gesangstudium ist ein Wert, der bleibt. Und, wie gesagt, ich möchte das Theater woanders hin mitnehmen, in eine neue Zeit, in andere Bereiche.
Ob ich ausschließlich wieder als Opernsängerin arbeite, kann ich nicht sagen. Das ist schwer vorstellbar im Moment.



In den letzten Monaten habe ich mich sehr viel mit dem Thema nachhaltiger Verpackung auseinandergesetzt und Ideen entwickelt.
 

 
Wie sieht Deine Arbeit für die Brotklappe aus der Ferne derzeit aus?
 
Also ich arbeite derzeit vom Homeoffice aus in einer Art halben Stelle. Einmal im Monat habe ich sehr intensive Tage in Weimar mit vielen Besprechungen. 
In den letzten Monaten habe ich mich sehr viel mit dem Thema nachhaltiger Verpackung auseinandergesetzt und Ideen entwickelt. Außerdem werde ich mit anderen zusammen die Kommunikation innerhalb der Brotklappe und nach außen auf neue Füße stellen. Da freue ich mich drauf.
 
Letzte Frage: Was ist dein Lieblingsprodukt in der Brotklappe?
 
Das ist ganz klar das Delikatessbrot. Immer wenn ich in Weimar bin, gibt es einen Sammelkauf, den ich dann mit nach Hause schleppe.




Alle Texte und Interview: Peter Folk, info@peterfolk.de

 
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