Brotklappe im September

Liebe Freundinnen und Freunde der Brotklappe,

diesmal haben wir für Sie und Euch keinen Newsletter im Angebot, sondern einen Review-Letter. Wir schauen also nicht nach vorn, unser Blick geht ausnahmsweise mal zurück auf nun schon fünf Jahre Brotklappe in Weimar.
Fünf Jahre in denen so viel passiert ist. Die Kinder sind groß geworden und ausgezogen, Freunde kamen und gingen, die Brotklappen-Familie wurde ständig größer, aus einer Filiale sind zwei geworden.
Immer mit dabei und alles im Bild festhaltend: Christian Rothe und Markus Postrach, die von Anfang an verantwortlich waren für unser Erscheinungsbild online und offline. Seit kurzem prägen Fotoarbeiten der beiden unsere Filiale in der Trierer Straße. Wir sprachen mit Christian Rothe in unserem Interview der Woche darüber, wie alles begann.

Und als wir neulich mal wieder im Fotoarchiv wühlten, fielen uns ein paar weitere Bonbons von Christian in die Hände, die wir Euch und Ihnen nicht vorenthalten wollen. Für die einen werden Erinnerungen wach, für die anderen eröffnet sich ein ganz neuer Blick in die Vergangenheit. 

Genießt beim Erinnern unsere Playlistdie ganz im Heute angesiedelt ist.

Euch allen einen hoffentlich goldenen Spätsommer und auf bald in der Brotklappe!
 
 
 
Unsere Songs des Monats September!

September, Graue Wolken, Pampelmusen und Mango. Unsere Playlist ist wieder ein wilder Mix für jede Lebenslage.

 
 
 
Interview mit Christian Rothe, Gestalter und Fotograf

Sie haben die Brotklappe zu einem nicht unbedeutenden Teil mitgeprägt, auch wenn sie eigentlich nie am Backofen standen oder die Hände im Teig hatten. Dafür aber den Finger stets am Auslöser, wenn besondere Momente anstanden, wie die Eröffnung der ersten Filiale in der Trierer Straße, Feierlichkeiten oder Pizza Nights: Christian Rothe und Markus Postrach, die gemeinsam das kleine Gestaltungsbüro Copa-Ipa betreiben, waren von Anfang an verantwortlich für das optische Erscheinungsbild der beliebten Bäckerei in Weimar. Ob T-Shirts, Webseite oder Fotografie, alles lief über die Schreibtische der beiden. Wir sprachen mit dem 1986 in Gera geborenen, studierten Kommunikationsdesigner Christian Rothe darüber, wie er mit der Brotklappe in Berührung kam und nun auch als Neu-Leipziger den Kontakt hält.
 
Ladenaufbau und die Entwicklung eines Erscheinungsbildes für die Brotklappe liefen parallel.
 

 
Christian, wie sah Dein Erstkontakt mit der Brotklappe aus?
 
Ganz typisch für die kleine Stadt: Über gemeinsame Freunde. Wir hatten damals für die Modedesignerin Anne Gorke aus Weimar gearbeitet. Sie kannte wiederum die Lücks, und ich glaube, ich hatte schon einmal ein Brot probiert, als Sebastian es noch aus dem eigenen Keller heraus verkauft hat. Da könnte mich meine Erinnerung aber auch täuschen. Jedenfalls gab es da ein paar Schnittmengen, und wir sind schon vor Eröffnung der ersten Filiale in der Trierer Straße gefragt worden, ob wir uns um die Webseite, Flyer, Logos und Ähnliches kümmern wollen. Wollten wir natürlich sehr gerne. Ladenaufbau und die Entwicklung eines Erscheinungsbildes für die Brotklappe liefen also parallel.
 
Was ist dabei über die Jahre alles entstanden?
 
Da kommt einiges zusammen: das Brotschild in der Trierer Straße, Tütenaufdrucke, T-Shirts, Lieferwagenbeschriftung, Webseite, Fotos für den Webshop, Postkarten, Produktdokumentation oder aktuell der Webauftritt für das neue Projekt „Biomilch kann mehr“. Es geht also immer weiter.

 
 
Mir war es immer wichtig, dicht dran zu sein, zu verstehen, was in der Brotklappe vor sich geht.
 
 
Ihr habt damit ja auch Ikonografisches geschaffen und den Blick auf die Brotklappe mit geprägt.
 
Wir freuen uns natürlich, wenn Du und Andere das so sehen. Das ist ja auch immer das Ziel von Gestaltung. Mir war es immer wichtig, dicht dran zu sein, zu verstehen, was in der Brotklappe vor sich geht, ein Gefühl zu erzeugen für das Arbeitsklima, für die Atmosphäre. Also zumindest die, die ich dort empfunden habe.

 
Das kommt vor allem in Deiner Fotografie zum Ausdruck, die ja ein wichtiger Teil in der Zusammenarbeit geworden ist. Was ist das erste Bild für die Brotklappe, an das Du Dich erinnern kannst?
 
Da gibt es ein ganz frühes Bild mit Sebastian Lück, noch während des Aufbaus der Backstube, das ich durch das Kellerfenster geknipst habe, was mir in Erinnerung geblieben ist.
Es sind so viele Bilder entstanden. Mir war und ist es wichtig, dass neben allem künstlerischen Ansatz vor allem Privatbilder entstehen, da ich ja auch Teil des Teams bzw. des Freundeskreises bin, also wie man neudeutsch sagen würde „embadded photographer“. 

 

Ich war dort eine zeitlang beinahe täglicher Gast, habe mir so oft und sehr gerne lange, verregnete Sonntage um die Ohren geschlagen.
 
 
Wie hast Du selbst, privat, die Brotklappe erlebt?
 
Ich war dort eine zeitlang beinahe täglicher Gast, habe mir so oft und sehr gerne lange, verregnete Sonntage um die Ohren geschlagen, Freunde getroffen, gearbeitet, prokrastiniert. Für mich war und ist es ein Ort der Kommunikation und auch ein Stück Heimat. So ist dann mit der Zeit aus der Zusammenarbeit auch Freundschaft geworden.
 
Was sind Deine Lieblingsbackwaren in der Brotklappe?
 
Da muss ich in erster Linie die Brote nennen: Klappenbrot, Korianderbrot, Sesambrot oder das Pain d´epi, ein Baguette mit Körnern. Fantastisch. Es gab mal für kurze Zeit ein Brot mit Walnüssen und Feigen - das war auch der Knaller! Und ich bin ein absoluter Zimtknut-Typ. 
 
Seit kurzem prägen Eure Arbeiten auch die Wände der Filiale am Frauenplan.
 
Ja, dort hängen jetzt vier Schwarz-Weiss-Bilder, die während eines Pizzaabends am 22. Juni 2019 entstanden sind. Sie zeigen eine große Tafel vor dem Goethehaus aus verschiedenen Perspektiven. Das war ein lauschiger Abend, der eine beinahe italienische Atmosphäre hatte, schon etwas Klischee, aber auch ein sehr schöner, denkwürdiger Abend.

Unser Sitz bleibt unverändert in Weimar und ja, wir haben Neues mit der Brotklappe geplant.


Du betreibst gemeinsam mit Markus Postrach das Gestalterbüro Copa-Ipa. Was ist das genau?
 
Copa-Ipa haben wir direkt nach unserem Studium in Weimar gegründet. Wir sind nach wie vor das kleinstmögliche Team, also zu zweit, und beschäftigen uns mit sichtbarer Information, das kann Fotografie sein, ebenso Erscheinungsbilder, Webseiten, Bücher.
 

Arbeitet Ihr weiterhin mit der Brotklappe zusammen, auch nach Deinem Umzug nach Leipzig?
 
Also, unser Sitz bleibt unverändert in Weimar und ja, wir haben Neues mit der Brotklappe geplant. Im Moment arbeiten wir am Webauftritt des Projekts „Biomilch kann mehr“. Der wird demnächst veröffentlicht. Dazu sind auch einige Fotos entstanden und so geht es immer weiter.


Du fotografierst mit Vorliebe in Schwarz-Weiß. Gibt es dafür einen Grund und wie passt das gerade mit der Brotklappe zusammen?

Das hat eigentlich den ganz profanen Grund, dass ich noch sehr viel analog arbeite. Da ich sehr viel fotografiere und die Filme immer teurer werden, greife ich auf Material zurück, das mir entsprechende Qualität bietet und kein Vermögen kostet. Und da ist mittlerweile Schwarz-Weiß ein sehr guter Weg.


Mit welchem Equipment arbeitest Du?

Ich habe über die Jahre einiges an Technik angehäuft, viele Kamera-Klassiker. Eigentlich alle dokumentarischen Bilder für die Brotklappe habe ich mit einer Leica fotografiert. Ich arbeite aber auch mit Mittelformat- und Großbildkameras. Letzteres in erster Linie für freie, künstlerische Projekte. Wenn Markus und ich zum Beispiel Shop-Fotos für die Klappe fotografieren, dann machen wir das digital.


Christian Rothe und Markus Postrach sind COPA-IPA.
www.copa-ipa.de
Instagram Christian Rothe
 


Alle Texte und Interview: Peter Folk, info@peterfolk.de
Twitter
Facebook
Website
Copyright © 2021 Brotklappe, All rights reserved.


Want to change how you receive these emails?
You can update your preferences or unsubscribe from this list.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.